Die digitale Ballade von O.J. und dem Bootsverleih
I. Der Chat ins Leere
In blauen Chatboxen flimmern Worte,
O.J. tippt seine Sehnsucht ein:
„Ein Boot für sieben Tage bitte,
will treiben auf des Flusses Schein.“
Die Antwort kommt wie Pixel-Regen,
fragmentiert und halb gedacht:
„Die Boote sind bereits im Wasser.“
Die Frage hallt ins Nichts der Nacht.
II. Das Schweigen der Algorithmen
O.J. wartet, wartet, wartet,
das Display leuchtet kalt und stumm.
Er sendet neue Zeichenketten,
das Echo hallt: „Beantwortet schon.“
Die FAQ-Seiten wie Gesetze
in Stein gemeißelt, streng und klar.
Kommunikationskanäle wie Schienen,
kein Abweichen erlaubt, fürwahr.
III. Vorbeifahrt an geschlossenen Türen
An einem Sommertag fährt O.J.
am stillen Laden stumm vorbei.
Die Hausordnung prangt wie ein Manifest
des kleinen Imperiums am Kai.
Ein Stern leuchtet auf seinem Bildschirm,
wie David gegen Goliath.
Die Worte fliegen durch die Leitungen,
eine digitale Beschwerde-Schlacht.
IV. Des Inhabers poetische Rache
Der Inhaber liest und schmunzelt leise,
sein Lachen hallt durch Serverräume:
„Willkommen in mein Buch der Fünf Prozent,
der ungeliebten Kunden-Träume.“
„Zwei Stunden Pause sind mein heilig Recht,
kein Chat-Ping stört die Mittagszeit.
Wer Grenzen nicht respektieren kann,
den grüßt nur meine Abwesenheit.“
V. Epilog in Emoji-Form
🤣🤣🤣🤣🤣🤣
So endet diese moderne Sage
von Erwartungen im Digitalzeitalter,
von Pausen und von Hausordnungen,
von Dienstleistern, die Grenzen wahren,
und Kunden, die nicht verstehen können,
dass Bootsverleih kein Notdienst ist
und Google-Sterne keine Waffen sind
im Kampf um Service rund um die Uhr.
Die beiden trennen Welten, unüberbrückbar,
doch verbunden durch die seltsame Poesie
der öffentlichen Bewertungen,
wo Wut und Witz sich ewig spiegeln
in endlosen digitalen Echos.