2021 – Die Luftnummer mit Herrn Luftimkopf

2021 – Die Luftnummer mit Herrn Luftimkopf

Es war Ende Februar, ein frostiger Tag, an dem man eher an Glühwein als an Fahrradfahren denkt, da betrat ein Mann meinen Laden. Sein Vorderreifen sei platt, sagte er. Und dann ging’s los: ein Fragenhagel sondergleichen. „Was denken Sie, wie das passieren konnte? Liegt das am Reifen? Am Schlauch? Am Antrieb? Oder vielleicht an meinem Gewicht?“

Ich dachte kurz, ich sei in einer Quizshow gelandet. Meine Antwort fiel entsprechend nüchtern aus: „Das kann ich Ihnen sagen, wenn ich den Mantel abziehe und mir das Ganze anschaue.“ Gesagt, getan. Die Ursache war schnell gefunden – ein stinknormaler Dorn. Ich wechselte den Schlauch, er bezahlte und fuhr weiter. Ende der Geschichte? Denkste.

Monate später – im Juni – flatterte ein Brief in meinen Laden. Absender: Herr Luftimkopf, namentlich leicht verändert zum Schutz der Wirklichkeit. Inhalt: eine Rechnung eines anderen Fahrradladens – und die glorreiche Forderung, dass ich diese nun bitte zu bezahlen hätte. Begründung?

Zitat: „Sehr geehrtes Team Cycling-Stop, Sie hatten im Februar das Vorderrad von Herrn Luftimkopf instand gesetzt. Nun kam es vor ein paar Wochen zu einem Hinterradschaden inklusive Motorschaden am Mittelmotor. Wir bitten Sie daher, unsere Rechnung zu begleichen.“

Ich las das zweimal. Dann ein drittes Mal. Ich war sicher, das sei Satire. Oder eine verspätete Bewerbung bei Verstehen Sie Spaß?

Also ignorierte ich das Schreiben. Ein Witz, dachte ich. Aber dann kam die erste Mahnung. Da wurde mir klar: Die meinen das wirklich ernst.

Zum Glück habe ich eine Rechtschutzversicherung, die auch gegen Realitätsverlust schützt. Ich übergab den Fall meinem Anwalt und konnte mir zumindest sicher sein, dass ich nicht alleine in diesem absurden Theaterstück mitspiele.

Die Moral von der Geschicht? Wenn der Vorderreifen platt ist, kann das zu einem Schaden am Hinterrad und Motorausfall führen – Monate später.

Zumindest, wenn man Herrn Luftimkopf heißt.

Der große Schreck: Verleihstart mit Hindernissen

2019 – Der große Schreck: Verleihstart mit Hindernissen

Es war Anfang Aprill 2019. Ich dachte: Jetzt geht’s los!

Meine ersten vier Fahrräder für den Verleih – wieder für 14 Tage unterwegs – vier schwarze BBF Citybikes mit 3-Gang-Nabe – frisch angeschafft, voller Hoffnung, dass mein kleines Verleihgeschäft Fahrt aufnimmt. Zwei Pärchen mieteten die Räder für 14 Tage, von Hollern-Twielenfleth in die Welt.

Anfangs war ich begeistert: mein zweiter Verleihauftrag über 14 Tage!

Doch dann… kam dieses komische Gefühl. Keine Reaktion auf meine Nachrichten nach dem Ende der Leihzeit. Anrufe wurden ignoriert. Funkstille.

Ich fragte mich:
Ist etwas passiert? Oder wurde ich einfach dreist beklaut?
Vier Fahrräder – weg. Und keine Spur.

Wochenlang kein Lebenszeichen. Ich kam keinen Schritt weiter.

Dann, Ende August, ein Anruf. Ein Ferienhausbesitzer aus der Region meldete sich:
„Wollen Sie Ihre Fahrräder nicht langsam mal abholen? Die stehen hier schon ewig rum.“

Ich konnte es kaum glauben! Ich fuhr sofort hin – und da standen sie: alle vier Räder. Unversehrt. Ich war erleichtert.

Wahnsinn – Ich bin verwundert.
Wie kann man sich einfach so, nicht mehr melden?
Keine Absage. Kein „Sorry“. Kein „Danke“. Einfach: nichts.

Ich war nicht bestohlen worden – aber das Gefühl, wie Luft behandelt zu werden, bleibt.
Ein Start in das Jahr 2019, den ich nie vergessen werde.

Mein Fatzit: Ich muss darüber nachdenken, für alle Räder ein GPS Tracker zu besorgen.