„Von der Ostsee ins Nichts“ – oder: Wenn man alles ignoriert, außer das eigene Drama
Auszug aus der Bewertung:
„Besonders ärgerlich, da wir von der Ostsee ins Alte Land gekommen sind, um dort Fahrrad zu fahren.“
– Herr „Hakki“, 3 Rezensionen, 0 Fahrräder, aber viel Entrüstung
Herr „Hakki“ reiste an. Von der Ostsee. Sieben Mann stark, vermutlich mit picknickbereiten Rucksäcken, glänzenden Erwartungen – und null Buchung.
Denn wer braucht schon Online-Reservierungen, wenn man einen vagen Satz am Donnerstag gehört haben will wie: „Das passt schon“?
Die Realität?
Samstag. Nebensaison. Geschlossen. Schild an der Tür: „Feuerwehrfest – heute nicht da.“
Was macht Herr „Hakki“?
Warten? Chat nutzen? Vielleicht kurz bei der Buchungsseite reinklicken?
Nein.
Er schreibt eine Rezension. Eine, die klingt, als hätte man ihm beim Betreten des Alten Landes das Vorderrad abgenommen und ins Apfelmus getaucht.
Und als wäre das nicht schon theatralisch genug, folgt eine zweite Runde:
„Ich kann Ihre Stellungnahme so nicht stehen lassen!“
Herr „Hakki“ macht jetzt auf Anwalt seiner Reisegruppe. Bringt die Tourist-Info ins Spiel. Zeugen. Videobeweis. Wahrscheinlich sitzt irgendwo ein Verwandter im Auto und schneidet das Ganze für Netflix mit.
Der Vorwurf: Wir seien nicht geöffnet gewesen, obwohl doch am Donnerstag gesagt wurde, dass es passt.
Und weil „das passt“ offenbar als Vertrag verstanden wurde, wittert Herr „Hakki“ Betrug, Missachtung und – natürlich – Servicewüste.
Die Fakten, ganz trocken:
– Samstags in der Nebensaison ist bei uns zu. Punkt.
– Wer nicht bucht, bekommt kein Rad wenn geschlossen ist. Punkt.
– Telefonisch wird bei uns nichts versprochen, nie. Punkt.
– Und Feuerwehrfest ist keine Tarnung, sondern Ehrenamt. Doppelpunkt: Respekt für uns!
Wir verstehen, dass man sich ärgert, wenn etwas nicht klappt.
Aber Herr „Hakki“, ganz ehrlich:
Wenn man mit sieben Leuten von der Ostsee anreist und alles tut – außer einmal kurz die Buchungsseite aufzurufen, dann hat man keinen Fahrradverleih verdient.
Dann hat man eine Realsatire verdient.
Und die hast du dir jetzt selbst geschrieben.
Inklusive Soundtrack: „Nie wieder! Nie wieder!“ – gesungen von enttäuschten Urlaubern, die keine drei Klicks von ihrem Glück entfernt waren. Denn mit der buchung eines Schlüsselsafes hätte es reibungslos geklappt.