„Sehr enttäuschender Kundenumgang“ – oder: Zwei Damen, ein Feiertag und null Verständnis

„Sehr enttäuschender Kundenumgang“ – oder: Zwei Damen, ein Feiertag und null Verständnis

Auszug aus der Bewertung:
„Uns war natürlich klar, dass es dann erst mal keine Ausleihe mehr gibt […] aber was uns wirklich sprachlos machte, war die extrem unfreundliche Art.“
– Frau „Wiebbe Ha“, 1 Rezension – 0 Fahrräder

Pfingstmontag. Die Sonne knallt, die Apfelbäume duften, mein Kopf zählt rückwärts: Noch zehn Minuten bis zur Mittagspause. Ich bin seit morgens auf den Beinen, seit 11:30 Uhr kümmere ich mich gerade intensiv um einen freundlichen Kunden, der sich – wie echte Menschen das tun – vorab informiert hat, online gebucht hat, pünktlich erschienen ist und sogar bitte und danke sagt. Man soll’s kaum glauben, sowas gibt’s wirklich!

Und dann – ca. 12:15 Uhr – öffnen sich die Pforten der Empörung. Zwei Damen betreten das Gelände mit dem Charme einer Steuerprüfung und dem Timing eines schlechten Witzes. Sie wissen offenbar ganz genau, dass gerade Pause ist, sie „hätten das auch akzeptiert“ (Zitat aus ihrer späteren Google-Rezension), aber: Statt einfach wieder zu gehen oder freundlich zu fragen, warum denn keiner springt, kommt ein Tonfall ins Spiel, der mich spontan an RTL2-Dokus über schwierige Nachbarn erinnert.

Ich erkläre, wie immer, dass gerade Mittagspause ist – das steht übrigens draußen am Laden, auf der Website, bei Google, auf Flyern und wahrscheinlich inzwischen sogar auf Satellitenbildern.

Doch meine Erklärung wird nicht etwa mit einem „Ach so, kein Problem“ quittiert – nein, die Damen reagieren, als hätte ich ihnen den letzten Sitzplatz auf der Arche Noah gestrichen.
Der Ton? Abwertend. Die Haltung? Herablassend. Die Reaktion? Eskalationsbereit.

Der freundliche Kunde, den ich von 11:30 bis 12:30 bediene – gut sichtbar im Geschäft – schaut ungläubig zwischen mir und dem lebenden Pfefferspray hin und her. Am liebsten hätte er Popcorn geholt und währe dann vor lauter Fremdschämen im Boden versunken.

Ich beende das Ganze mit einem klaren „So nicht“, bitte die Damen höflich vom Hof und mache eine Notiz für mich: Nächstes Jahr an Pfingsten den Laden nicht öffnen.

24 Stunden später dann – die Rezension. Natürlich nicht von der freundlichen Kundin. Sondern von Frau „Wiebbe Ha“, die „sprachlos“ war – zumindest für den Moment. Auf Google war die Stimme dann schnell wieder da. Da werden Sekunden zur Weltverschwörung, und der Hinweis auf die Öffnungszeiten zur Majestätsbeleidigung.

Aber wir haben ja Video. Und Augen. Und Ohren. Und genug Würde, um uns nicht für ein paar Sterne zu verbiegen. Schon garnicht für jemand ohne Respeckt für seine Mittmenschen!

„Von der Ostsee ins Nichts“ – oder: Wenn man alles ignoriert, außer das eigene Drama

„Von der Ostsee ins Nichts“ – oder: Wenn man alles ignoriert, außer das eigene Drama

Auszug aus der Bewertung:
„Besonders ärgerlich, da wir von der Ostsee ins Alte Land gekommen sind, um dort Fahrrad zu fahren.“
– Herr „Hakki“, 3 Rezensionen, 0 Fahrräder, aber viel Entrüstung

Herr „Hakki“ reiste an. Von der Ostsee. Sieben Mann stark, vermutlich mit picknickbereiten Rucksäcken, glänzenden Erwartungen – und null Buchung.
Denn wer braucht schon Online-Reservierungen, wenn man einen vagen Satz am Donnerstag gehört haben will wie: „Das passt schon“?

Die Realität?
Samstag. Nebensaison. Geschlossen. Schild an der Tür: „Feuerwehrfest – heute nicht da.“
Was macht Herr „Hakki“?
Warten? Chat nutzen? Vielleicht kurz bei der Buchungsseite reinklicken?
Nein.
Er schreibt eine Rezension. Eine, die klingt, als hätte man ihm beim Betreten des Alten Landes das Vorderrad abgenommen und ins Apfelmus getaucht.

Und als wäre das nicht schon theatralisch genug, folgt eine zweite Runde:

„Ich kann Ihre Stellungnahme so nicht stehen lassen!“
Herr „Hakki“ macht jetzt auf Anwalt seiner Reisegruppe. Bringt die Tourist-Info ins Spiel. Zeugen. Videobeweis. Wahrscheinlich sitzt irgendwo ein Verwandter im Auto und schneidet das Ganze für Netflix mit.
Der Vorwurf: Wir seien nicht geöffnet gewesen, obwohl doch am Donnerstag gesagt wurde, dass es passt.
Und weil „das passt“ offenbar als Vertrag verstanden wurde, wittert Herr „Hakki“ Betrug, Missachtung und – natürlich – Servicewüste.

Die Fakten, ganz trocken:
Samstags in der Nebensaison ist bei uns zu. Punkt.
Wer nicht bucht, bekommt kein Rad wenn geschlossen ist. Punkt.
Telefonisch wird bei uns nichts versprochen, nie. Punkt.
Und Feuerwehrfest ist keine Tarnung, sondern Ehrenamt. Doppelpunkt: Respekt für uns!

Wir verstehen, dass man sich ärgert, wenn etwas nicht klappt.
Aber Herr „Hakki“, ganz ehrlich:
Wenn man mit sieben Leuten von der Ostsee anreist und alles tut – außer einmal kurz die Buchungsseite aufzurufen, dann hat man keinen Fahrradverleih verdient.
Dann hat man eine Realsatire verdient.

Und die hast du dir jetzt selbst geschrieben.
Inklusive Soundtrack: „Nie wieder! Nie wieder!“ – gesungen von enttäuschten Urlaubern, die keine drei Klicks von ihrem Glück entfernt waren. Denn mit der buchung eines Schlüsselsafes hätte es reibungslos geklappt.